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Erstmalige Auswertung der Einzelberichte
aus der OstdokumentatidlM des Bundesarcliivs
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Anhand der zivilen und militanschen Dokumente und Berichte aus jener Zeit wird hier zum ersten Mal em
zusammenhängendes, objektives Bild der tragischen Ereignisse vom Frühjahr 1945 im Raum der Danziger Bucht vermittelt. Nachdem im letzten Januardrittel die deutsche Ostfront zusammengebrochen Mrar, riegelten die Sov^jets in mehreren gewaltigen Zangenbewegungen Ostpreußen, Westpreußen, Danzig und Hinter-pommem vom Westen ab und drängten die dort kämpfenden Truppen zusammen mit der Zivilbevölkerung an die Küste der Danziger Bucht. In einem verzvvrei-f elten Hin und Her, bei Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius, zogen Trecks und Fußgänger - zumeist Frauen, Kinder tmd alte Leute - über die wenigen Weichselbrücken, das Eis des Frischen Haffs, drängten durch das Samland in den rettenden Hafen Pillau oder gelangten nach Danzig. Viele...
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Erstmalige Auswertung der Einzelberichte
aus der OstdokumentatidlM des Bundesarcliivs
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Anhand der zivilen und militanschen Dokumente und Berichte aus jener Zeit wird hier zum ersten Mal em
zusammenhängendes, objektives Bild der tragischen Ereignisse vom Frühjahr 1945 im Raum der Danziger Bucht vermittelt. Nachdem im letzten Januardrittel die deutsche Ostfront zusammengebrochen Mrar, riegelten die Sov^jets in mehreren gewaltigen Zangenbewegungen Ostpreußen, Westpreußen, Danzig und Hinter-pommem vom Westen ab und drängten die dort kämpfenden Truppen zusammen mit der Zivilbevölkerung an die Küste der Danziger Bucht. In einem verzvvrei-f elten Hin und Her, bei Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius, zogen Trecks und Fußgänger - zumeist Frauen, Kinder tmd alte Leute - über die wenigen Weichselbrücken, das Eis des Frischen Haffs, drängten durch das Samland in den rettenden Hafen Pillau oder gelangten nach Danzig. Viele erfroren, gerieten in die Kampfhandlungen, vmrden von Tieffliegem und Artillerie beschossen oder starben an Erschöpfung. Die zivile Verwaltung wie der allge-w^altige Parteiapparat waren zusammengebrochen. Für die in panischer Angst vor den sowjetischen Truppen fhehenden Menschen gab es nur noch eine Rettungsmöglichkeit: mit einem Schiff über die Ostsee zu entkommen. Die Kriegsmarine hatte alle verfügbaren Einheiten -Kriegs- und Handelsschiffe - in die Häfen der Danziger Bucht beordert, und Pioniereinheiten hatten dort über 300 Landungsboote für Fähr-
dienste zusammengezogen, um soviele Zivilisten und Verwundete wie möglich vor der Roten Armee zu retten.
Zwischen dem 25. Januar und dem 8. Mai 1945 wurden unter großen Verlusten durch feindliche U-Boote und Flieger etwa zwei Millionen Menschen - etwa eine Million davon waren Zivilisten - nach Westen evakuiert. Sie entgingen so dem Schicksal der Verbliebenen, die entweder nach Rußland deportiert oder später aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Doch die Berichte über die Einschiffungen gehören zu den erschütterndsten Dokumenten des vergangenen Krieges. Der Verfasser hat es unternommen, diese Ereignisse, vor allem aus der Sicht der fliehenden Zivilisten, zu schildern. In jahrelanger Arbeit haben er und seine Frau aus Zehntausenden von Einzelberichten aus der Ostdokumentation des Bundesarchivs imd in Hunderten von Interviews mit den Beteiligten das Material für dieses authentische Bild der tragischen Tage gesammelt. Für die militärische Seite wurden sowohl umfangreiche deutsche als auch sowjetische und britische Quellen benutzt.
Egbert Kieser, geb. 17. 3. 1928 in Bad Salzungen, Thüringen. Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Nach mehreren Jahren als freier Journalist tmd Schriftsteller seit 1968 stellvertretender Chefredakteur. Vomehm-lich Interesse an Themen der jüngeren Geschichte, arbeitet zur Zeit an einem Chinabuch.
Umschlaggestaltung: Franz Wöllzenmüller Umschlagfoto: SüddRutscher Verlag C. Hennch
Vissza